Liebe Leserin, lieber Leser,
ein Editorial für den Gemeindebrief schreiben – damit hatte ich eigentlich nicht gerechnet, als ich mich für das neue Gemeindebriefteam gemeldet habe. Aber wie so oft ergeben sich gerade so die schönsten Möglichkeiten. Und deshalb freue ich mich, an dieser Stelle nun den Anfang machen zu dürfen.
Und eigentlich muss ich mir gar nicht viel aus den Fingern saugen. Denn an erster Stelle steht ein ganz besonderer Dank: an das bisherige Redaktionsteam, das mit großem Engagement, Sorgfalt und viel Herzblut diesen Gemeindebrief geprägt hat. Unsere Vorgängerinnen und Vorgänger haben ihm seine heutige Gestalt gegeben, ihn stets informativ und anregend gestaltet und dabei mit großer Genauigkeit über die Verlässlichkeit aller Inhalte gewacht. Was wir heute übernehmen dürfen, ist ohne ihren langjährigen Einsatz nicht denkbar.
Wir als neues Team treten diese Aufgabe mit Respekt und Dankbarkeit an. Zugleich sehen wir darin eine schöne Herausforderung: Bewährtes fortzuführen und behutsam neue Akzente zu setzen.
Doch nicht nur für den Gemeindebrief beginnt mit dieser Ausgabe ein neuer Weg. Auch für unsere Gemeinde stehen Veränderungen an. Eine davon wird schon in Kürze besonders spürbar werden: Wir verabschieden unsere Pfarrerin Christine Heilmeier in den wohlverdienten Ruhestand. Ihr und ihrem Wirken ist der Schwerpunkt dieser Ausgabe gewidmet. Viele Gruppen und Wegbegleiter kommen zu Wort, sagen Danke und lassen die vergangenen Jahre Revue passieren.
Christine Heilmeier hat unsere Gemeinde in dieser Zeit begleitet, geprägt und war für viele Menschen eine wichtige Ansprechpartnerin. Mit ihrem Engagement, ihrer Zugewandtheit und ihrem Glauben hat sie Spuren hinterlassen, für die wir dankbar sind. Und in dieser Dankbarkeit gehen wir gemeinsam weiter – offen und im Vertrauen auf das, was vor uns liegt.
Melanie Mank
für das Gemeindebrief-Team
Liebe Gemeinde,
nicht nur, wer gern weit schwimmt oder mit dem Boot hinausfährt, kennt die Faszination, die vom blau-türkis schimmerndem Wasser ausgeht. Hinaus, dahin wo es tief und ruhig ist! „Hinaus in die Tiefe!“ – das war auch das Motto unserer spirituellen Alltagsexerzitien vor Ostern. Wer sich auf den Weg machte, konnte viele Parallelen beim gedanklichen sich Hinausbegeben in die Tiefe der religiösen Erfahrungswelt entdecken. Flauten und unerwartete Böen inklusive!
Aber keine Bange, um sich wie die Jünger von Jesu Aufforderung: „Fahrt hinaus, da wo es tief ist, da werft euer Netz aus“ (Lukasevangelium 5,4) anstecken zu lassen, braucht es keine außergewöhnlichen nautischen oder schwimmerischen Kenntnisse. Ein sich bewusstes Einlassen auf sein Angebot, uns auf den leichten Routen und auch in den finsteren Tiefen zu begleiten, reicht.
Gottes Antwort auf unser Netzauswerfen ist oftmals ganz anders, als wir es uns vorgestellt haben. Mit Pfarrkollegen konnte ich dies vor Jahren bei einer Wüstenwanderung erfahren. Nachts bin ich in meinem Zelt vom Tosen des Wassers aufgewacht – sintflutartige Regenfälle hatten im ausgetrockneten Canyon hinter dem Lager einen gewaltigen Bach anschwellen lassen. Wir konnten über Tage nicht weiter. Aber nachts spürte ich in meinem kleinen Zelt mich tief geborgen und ich musste an die Worte des 27.Psalms denken: „Gott birgt mich im Schutz seines Zeltes“. Auch als Gemeinde müssen wir in der nächsten Zeit manches neu denken, gewohnte Sicherheiten hinter uns lassen und nach neuen Wegen in die Zukunft suchen. Trauen wir uns hinaus in Unbekannte?
Mut, Kraft und Gottvertrauen wünscht Ihnen
Pfarrerin Christine Heilmeier
Gemeindebrief plus
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