Aktueller Gemeindebrief

Liebe Leser*innen,

wir freuen uns, über den aktuellen Gemeindebrief mit Ihnen in Verbindung zu sein. In unserer großen Stadtgemeinde wächst die Zahl der Menschen, die als Singles leben. Nimmt Kirche davon Notiz? Wie könnte das aussehen? Wird denn auch an Alleinstehende so selbstverständlich wie an Familien in der Fürbitte gedacht? Diese Diskussion im Redaktionsteam führte uns zu unserem Schwerpunktthema „Kirche und Singles“. Im Artikel wird deutlich, dass Singles keine homogene Gruppe sind. Nicht jeder, der allein lebt, hat sich bewusst dafür entschieden. Sich bewusst allein auf den Weg machen, um zu sich und dadurch auch zu Gott zu finden, davon erzählt Diakon Beck in seinem geistlichen Wort.

Bewegende Ausstellungen wie die Fotos von Till Mayer aus Krisen- und Kriegsgebieten oder der von geflüchteten Kindern gestaltete „Friedensort“ laden in die Immanuelkirche ein. Sie sprechen von der beharrlichen Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft, wie auch die Frauen des Weltgebetstages, zu dem wir in die Nazarethkirche einladen und die Jugendlichen, die ein eigenes Theaterstück zur Aufführung bringen.

Hoffnungsvoll begrüßen wir Daniel Kuß, den neuen Vikar, der am 27. März im Gottesdienst eingeführt wird.

Für manch gewohnte Veranstaltung – wie Kultursofa oder Kindersachenflohmarkt – müssen wir Sie, pandemiebedingt, zur kurzfristigen Information auf die Homepage bzw. den Newsletter und die Schaukästen verweisen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und Blättern in dieser neuen Ausgabe.

Christine Heilmeier und das Gemeindebriefteam

Liebe Gemeinde,

Alleinsein – was verbinde ich mit diesem Wort? Ist es ein von außen erzwungener Zustand wie beispielsweise bei einer Quarantäne, die einige von uns in den letzten Monaten erlebt haben? Ist dieser Zustand negativ behaftet, weil ich eigentlich gar nicht alleine sein möchte, weil ich einsam bin und mich eher nach Zweisamkeit oder Gemeinschaft sehne? Vielleicht bin ich aber auch gern alleine. Genieße die Ruhe auf einem einsamen Berggipfel und freue mich darauf, von niemandem abhängig zu sein und meine Zeit frei einteilen zu können.

In der Bibel begegnen uns Personen, die aus unterschiedlichen Gründen alleine waren oder es zumindest dachten. Mit Abraham hatte Gott Großes vor, aber in seinem Fragen und Ringen war er oft alleine. Im Alleinsein, in der Stille begegnete er Gott. Bei Mose war es anders. Er machte sich auf, raus aus dem Chaos, um einen Berg zu erklimmen. Alleine – dort bekam er von Gott die Zehn Gebote. Auch Maria Magdalena war alleine am Grab, als Jesus gestorben war. Und in ihrer Einsamkeit wird sie von Jesus gerufen und angerührt. Seit Jahrhunderten machen sich Menschen auf den Weg in die Einsamkeit, in die Stille und suchen das Alleinsein. Ist es möglich, da zu sich selbst zu finden, sich Gott anzunähern?

Ich glaube schon. In den letzten Jahren auf dem Jakobsweg gab es zumindest Situationen, in denen ich den Eindruck hatte, Alleinsein kann auch ein Geschenk sein. Auch wenn wir zu zweit unterwegs waren, gab es immer wieder Passagen, wo jeder für sich war, auch mal über mehrere Stunden. Wenn alle Probleme und Ideen durchdacht sind, kann sich irgendwann eine Ruhe einstellen. Der Weg als Ziel und trotzdem mit dem schönen Nebeneffekt, in der Natur, in den Bergen, Seen und Wiesen, Gottes Schöpfung zu spüren und zu wissen, wirklich alleine ist man nicht!

Meine Erfahrung nach Leben im Kloster und in Wohngemeinschaften: Wenn ich gut mit mir alleine sein kann, kann ich auch gut mit anderen zusammenleben.

Bleiben Sie behütet!

Ihr Diakon Johannes Beck