Aktueller Gemeindebrief

Liebe Leserin und lieber Leser,

vor etwa dreißig Jahren hatte ich die erste Gelegenheit, an einem Jugend-
camp teilzunehmen, das von meiner Kirche im Rahmen eines Projekts

unter dem Titel „Jugendliche mobilisieren, Kirche stabilisieren“ organisiert
wurde. Am Ende des abenteuerlichen einwöchigen Camps blieb mir ein
Mantra im Gedächtnis: Die Stabilität der Kirche hängt davon ab, wie viel
Raum für Engagement den Jugendlichen dort eingeräumt wird.
Auch heute gilt diese Aussage: Die Jugendlichen bilden das Fundament,
auf dem die Kirche ihre Aktivitäten nachhaltig planen und umsetzen kann.
In dieser Ausgabe erfahren Sie etwas über die Struktur der evangelischen

Jugend außerhalb der Gemeinde sowie die ehrenamtliche Jugendbetei-
ligung. Wir haben sieben Jugendliche gefragt, was ihnen die Mitgliedschaft in der Evan-
gelischen Jugend der Gemeinden Vaterunser und Immanuel-Nazareth (EJVIN) gebracht

hat. Vier Erfahrungsberichte sind in dieser Gemeindebrief abgedruckt. Die restlichen vier
können Sie auf der Webseite nachlesen.
In einer Zeit multipler Krisen auf globaler Ebene ist es wichtiger denn je, bei jeder sich
bietenden Gelegenheit unsere Gedanken in Gebete zu verwandeln. So weisen wir auf den

Weltgebetstag 2023 mit Fokus auf Taiwan hin. Weihnachten steht vor der Tür und wir freu-
en uns auf den „Weg zur Krippe“ mit Pfarrerin Heilmeier und Team – eine Veranstaltung für

Kinder und deren Eltern. Wir hoffen auch, dass Sie sich über den lebendigen Advent freuen.
Nicht zuletzt beleuchten wir weitere Aktivitäten in unserer Gemeinde, wie zum Beispiel die

Diakoniearbeit, den Treff 60 plus und das Musikangebot in der Nazarethkirche. Wir gewäh-
ren Ihnen auch einen Einblick in andere einschlägige Aktivitäten an weit entfernten Orten:

beispielsweise die positiven neuen Entwicklungen in unseren Partnergemeinden in Mam-
begu und Kijombe.

Unser Dank gilt allen, die uns Kommentare oder Vorschläge zur Verbesserung der Qualität

des Gemeindebriefs schicken. Geben Sie uns Ihr Feedback bitte unter redaktion@immanuel-
nazareth-kirche.de. Wir wünschen Ihnen Freude bei der Lektüre, frohe Weihnachten, für das

neue Jahr viel Glück, gute Gesundheit und viel Herzlichkeit!

Eliphas Nyamogo
für das Gemeindebriefteam

Liebe Gemeinde,

„Was wünscht du dir eigentlich zu Weihnachten?“
fragt der Sohn seine Mutter, die er nachts wach in der Küche antrifft. Die
Mutter hält für einen Moment inne. Ihre Blicke treffen sich. Sie sagt: „Ich
wünsch mir, dass du nicht immer zu Hause rumhängst“. Verwundert blickt
er auf und sie spricht weiter: „Dass du dich einfach rausschleichst. Dass
du nachts hier heimlich Partys feierst“. Und dann sprudeln ihre Worte und
sie spricht all das aus, was sie ihrem Sohn aus ganzem Herzen wünscht:
Nähe und erste Liebe, ein gebrochenes Herz, Freunde treffen, und einfach
mal ausbrechen und die Schule schleifen zu lassen, loszuziehen und die
Welt zu entdecken.
Die Szene endet mit ihren Worten: „Ich wünsch mir einfach,
dass du deine Jugend zurückbekommst“.

Ein sehr ergreifender und sehenswerter Videospot eines großen Lebens-
mitteldiscounters zum Weihnachtsfest 2021 mitten in der Pandemie. Er

wurde bis heute millionenfach geklickt, weil er offensichtlich einen Nerv

trifft und auf berührende Weise zeigt, um welche Wünsche es an Weih-
nachten wirklich geht. Um Wünsche, die aus dem Herzen kommen. Um

Wünsche, die nicht bei mir selbst stehenbleiben, sondern liebevoll und em-
pathisch den anderen in den Blick nehmen.

Diese Pandemie hat uns allen, aber gerade auch den Kindern und Jugendlichen, viel abver-
langt. Und das, was „Zeitenwende“ und Klimawandel bedeuten können, die „rauen Zeiten“

von denen der Bundespräsident kürzlich sprach, werden uns allen noch viel mehr abverlan-
gen. Aber ich bin voller Zuversicht, dass wir das als Einzelne und als Gesellschaft gut hinbe-
kommen können, so wie wir auch diese Pandemie letztlich gut hinbekommen haben. Weil

wir uns in Solidarität geübt und wohl auch gelernt haben, mehr in den Fokus zu nehmen,
was uns alle gemeinsam weiterbringen kann.
Ich wünsche mir, dass wir Weihnachten als Gelegenheit begreifen, uns und einander mehr

nach unseren Herzenswünschen zu fragen. Denn Herzenswünsche, wenn wir sie ausspre-
chen und damit quasi zur „Welt kommen lassen“, tragen eine große subversive Kraft in sich,

weil sie die Welt größer denken und damit Raum schaffen für Hoffnung und für Verände-
rung. Und beides tut so Not, gerade in diesen Zeiten.

Gesegnete Weihnachten,
Ihr Pfarrer Markus Rhinow