Aktueller Gemeindebrief

Liebe Gemeinde,

bei unserem Titelbild müssen Sie eventuell etwas genauer hinsehen. Es ist Teil der Plakatserie „Ich will so sein wie Du“, für die Hannah Frieling den 1. Preis beim 35. Plakatwettbewerb des Deutschen Studentenwerks 2020/2021 zum Thema „Vorbilder“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, gewonnen hat. Vorbilder beflügeln uns, ihrem Beispiel zu folgen, motivieren und inspirieren zu eigenen Leistungen. Der kürzlich verstorbene Fußballer Uwe Seeler wird in vielen Nachrufen als echtes Vorbild bezeichnet – aufgrund seiner Bodenständigkeit, seiner Bescheidenheit, seiner Menschlichkeit und seiner sportlichen Erfolge. Unseren Konfirmand*innen ist er sicher kein Begriff mehr – wir sind gespannt, welche Vorbilder und Eigenschaften sie in unserer Umfrage genannt haben. Des Weiteren haben wir Menschen aus unserer Gemeinde zu diesem Thema befragt und einen Blick auf Vorbilder in der Bibel geworfen. Eine der dort angesprochenen Bibelstellen, Mt 14, 22-33, wird Ihnen auch ab 30. Oktober in der Immanuelkirche in der Ausstellung mit Original-Lithographien aus der Biblia Sacra von Salvador Dalí begegnen. Der Herbst bietet hochkarätige musikalische Veranstaltungen: Die Schöpfung von Joseph Haydn, Vox nova und Gospel‘n‘Soul treten auf, Come Sunday findet wieder statt. Das bunte Kultursofa meldet sich gleich zweimal zurück, u.a. mit einer Lesung im Rahmen des Bücherbasars, der dieses Jahr auf den 15. und 16. Oktober vorgezogen wird. Ist Ihnen aufgefallen, dass in dieser Ausgabe das Layout verändert wurde? Geben Sie uns bitte Rückmeldung unter redaktion@immanuel-nazareth-kirche.de. Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und freuen uns auf einen begegnungsreichen Herbst!

Erika Behrendt

für das Gemeindebriefteam

Liebe Leserin, lieber Leser,

Schulbeginn und Erntedank setzen noch einen bunten, von Dankbarkeit und Aufbruch geprägten Akzent. Die letzten Feiertage des zu Ende gehenden Kirchenjahres haben eine nachdenklichere Grundstimmung. Die Gedanken kreisen um Krieg und Frieden, der Buß- und Bettag lässt uns sündhafte Strukturen erkennen und auf Gerechtigkeit hoffen. Am Ewigkeitssonntag denken wir an die Verstorbenen und daran, was wir selber hoffen und erwarten dürfen für unser ganz persönliches Leben. Bei all den Feiertagen geht es um Veränderung, die wir von uns, eingebettet in die christliche Gemeinschaft, erwarten dürfen. Der alttestamentliche Prophet Jesaja sieht trotz aller Miseren und sogar Katastrophen hoffnungsvoll in die Zukunft, die Gott bereithält: „Blinde werden sehen, Taube hören, Lahme springen wie ein Hirsch. In der Wüste fließt Wasser“. Von diesem Propheten kann man nicht sagen, dass er ohne Hoffnung ist. Er redet ja sehr vollmundig von einer Veränderung, von der Zukunft Gottes, von der neuen Erde. Sie könnten jetzt einwenden: Geht sein Bild von der neuen Welt angesichts unserer Realität nicht ein bisschen zu weit? Dieses schöne Zukunftsbild macht einen fast etwas hilflos. Da hat ein Mann Gottes vor über 2000 Jahren einen Wachtraum gehabt. Aber was sollen wir heute damit? Der Prophet mag vielleicht vollmundig reden, aber in einem Punkt hat er recht. Wer in die Zukunft hineindenkt, kommt ohne Bilder nicht aus. Wünsche und Hoffnungen sind oft mit Bildern verknüpft, die eigene Kraft entwickeln können. Diese Sätze erinnern an Jesus. Als der große Arzt seiner Zeit hat er den Kranken geholfen. Und die Prophezeiung, dass es einmal kein Leid mehr geben wird, ist mit dem Namen Jesu verbunden. Manche unserer Vorhaben für die Zukunft werden Stückwerk bleiben. Die Älteren hier bei uns und – ganz aktuell – viele Menschen in den neuen Kriegsgebieten, sind durch Kriege, Gefangenschaft und Vertreibung ausgebremst worden. Mich berührt da das Bild, das Paulus gefunden hat: Es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Aber Gott wird einst die Bruchstücke unseres Lebens zu einem großen neuen Ganzen verbinden.

Herzlich

Ihre Pfarrerin Christine Heilmeier